Dresscode: „Kleider machen Leute“ – auch bei der Arbeit

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In der Novelle des Schweizer Dichters Gottfried Keller, „Kleider machen Leute“, geht es um einen Schneidergesellen, der in seiner Heimat als ein armer junger Mann bekannt ist. Doch durch seine Fertigkeiten in der Schneiderei kleidet er sich trotzdem gut und ansehnlich. Als er dann an einen anderen Ort gelangt, wird er aufgrund seiner Kleidung fälschlicherweise wie ein wohlhabender Mann empfangen. In diese Rolle schmiegt er sich dann ganz gerne an. Um das Ende der Geschichte zu erfahren, bietet sich die Lektüre des poetisch realistischen Werkes an. Mehr wollen wir in diesem Blog nicht spoilern.

Doch die Thematik spielt auch in der Arbeitswelt eine große Rolle. Wie sollte man sich bekleiden? Was will man damit erreichen? Will man sich besonders professionell, ernst, seriös, locker, liberal, konservativ usw. präsentieren? All das kann maßgeblich durch die Bekleidung untermauert, ja, sogar vorgetäuscht werden. Worauf kommt es an? 

Wie sollte man sich bei der Arbeit kleiden?

Diese Frage stellt sich kein Richter, Feuerwehrmann oder auch keine Ärztin. Bei Berufen, wo die Kleidungsvorschrift vom Arbeitgeber oder von der Institution vorgegeben wird, machen diese Überlegungen keinen großen Sinn. Natürlich dürfen sich auch Richter frei entscheiden, was sie unter der Robe tragen, aber bei der aktiven Arbeit wird dieser Stil nicht sichtbar. Ganz anders ist es in den sogenannten freien Berufen. Die Arbeitswelt ist im Wandel. Wir kommen von einer sehr formalen „Kleiderordnung“ zu einer funktionalen und zeitgemäßen Dress-Kultur, die weniger Regeln vorschreibt.

Zwänge werden aufgehoben

In sehr vielen Branchen werden formale Zwänge aufgehoben. Das kommt mit dem Generationenaustausch, aber auch mit den sich verändernden Normen. Die Welt heute ist viel globaler, vernetzter und schneller. Auch das Angebot an Kleidung ist wesentlich vielfältiger. Mehrere Modekonzerne launchen quartalsweise Kollektionen und verkaufen ihre Artikel für günstige Preise. Natürlich lässt auch die Qualität nach. Aber in einer Welt, in der eine Jeans nur noch durchschnittlich 20 Euro kostet, können sich viele Menschen gleich mehrere Hosen im Jahr leisten.

Angemessen und bequeme Kleidung

Insgesamt gilt: Die Kleidung soll angemessen, aber bequemer sein. Das heißt, wenn noch in jüngerer Vergangenheit Frauen mit Kleidern sowie hohen Absätzen und Männer in Anzug und Krawatte zur Arbeit kamen, reicht heute schon eine Jeans mit Bluse, respektive Hemd und bequemen Sneaker.

Markenbekleidung wichtig, aber Seriösität in Gefahr

Besonders für diejenigen, die Wert auf Marken legen, weil sie es vielleicht einfach nur mögen, oder der Hype in den sozialen Medien sie in den Bann zieht oder warum auch immer. Natürlich haben teure Marken einen positiven Effekt. Aber Vorsicht! Wer sich mit zu teuren Marken ausstattet, der läuft Gefahr, deshalb weniger ernst genommen zu werden, oder gar damit verdächtigt zu werden, illusorisch und weniger seriös zu sein. 

Unterschiede in der Wahrnehmung von Marken? 

Ein Fallbeispiel: Wer gerne Wert auf ein hochwertiges Hemd legt, der könnte sich ein Lacoste, Ralph Lauren oder Hugo Boss Hemd kaufen. Wenn jemand nur mit Lacoste-Hemden auffällt, der wird vermutlich auch so akzeptiert, weil das dann vermutlich seine Leidenschaft sein könnte. Doch wer ein normales Gehalt bezieht und mit Edelmarken auffällt, wie etwa Louis Vuitton, Gucci oder Versace, könnte gar belächelt werden.

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